Weltweite Ferienhausflut

Von einem fehlgeleitetem Markt

Viele träumen vom eigenen Ferienhaus. Für die wenigsten ist ein eigenes Ferienhaus eine wirklich sinnvolle Option. Denn sie unterschätzen Arbeit und Kosten, die auf sie als Eigentümer zukommen. Allein die Verwaltung ist für viele überfordernd. Und spätestens, wenn es an einen Wiederverkauf geht, dann entpuppt sich der anfängliche Traum vom eigenen Ferienhaus als Albtraum. Dann realisiert man, dass das eigene Ferienhaus  ein finanzielles Grab war. Selten wird man Kaufpreis und Sanierungskosten nur annähernd wiedersehen. Viel eher dürfte man erhebliche Abschläge hinnehmen müssen. Stellt man das mit der tatsächlichen Nutzung in Relation, dann hätte man genauso gut die ganze Zeit in einem Luxushotel verbringen können.

Weltweit besteht mittlerweile ein gewaltiges Überangebot an Ferienimmobilien. Bauunternehmen und Bauträger fluten diesen Markt, weil sie sich schnelles Geld davon versprechen. In Dubai, auf den auf den griechischen Inseln, auf den Canaren, auf Mallorca oder in geringerem Umfang auch an der Riviera di Ponente. Im Val Prino kam es ab Mitte der 1990er etwa zu einer "Schwemme" von Ferienhäusern. Über 120 waren illegal genehmigt, preisgünstig gebaut worden und sind heute nur über "sportliche Wege" zu erreichen. Und leider führten diese Häuser zu einer gewissen Zersiedelung. 

Meistens sind es "Luxusimobilien" billig erstellt und auf Schein getrimmt, die zu überhöhten Neupreisen angeboten werden. Oder genau das "untere" Segment. Hier dürfte der Wertverlust aber nicht ganz so drastisch ausfallen. Leider fallen immer noch viele auf diese Angebote "beliebig" vermehrbarer Ferienhaussiedlungen herein. Allein bei den nicht beliebig vermehrbaren Häusern mit Geschichte gibt es eine gewisse Wertstabilität. 

Auch das Konzept der Ferienhausvermietung funktioniert dann bei den allermeisten Eigentümern auch nicht mehr. Weil es auch auf diesem Markt folgerichtig ein Überangebot gibt. Und auf die zwei Wochen im Jahr mit Übernachfrage braucht man auch nicht zu bauen. Denn sehr häufig ist es so, dass auch die Zweitimmobilie kreditfinanziert erworben wird. Jahrelang haben die globalen Ferienhausplattformen  fewo-direkt, booking.com, AirBnB oder hometogo Ferienhäuser als die ultimative Geldanlage beworben. Nur, als Ferienhausvermittler trugen sie nie das Risiko, haben aber bei Vermittlungen verdient. 

Gewinner am ungebremsten Ferienhausboom der vergangenen Jahre sind die Bauträger - sofern sie die Objekte verkaufen konnten - und vor allem die Vermietungsplattformen wie Booking.com oder AirBnB, weil sie bei allen Vermietungen profitieren. Verlierer sind neue Hauseigentümer und Gastgeber. Oder in angespannten Märkten wie Teneriffa, die einheimische, arbeitende Bevölkerung, die keine Wohnungen mehr findet. 

Gerade bewerben Bauträger sehr intensiv Apartmentanlagen. Sie bieten nun einem Komplettservice für Unterhalt und Vermietung an. Die Käufer dürfen die Wohnung auch selbst bewohnen - vier Wochen im Jahr. Jede weitere Woche in der eigenen Immobilie müssen Sie bezahlen. Sie mieten über die Verwaltung wie jeder andere Gast. Das heißt, die Bauträger gewinnen beim Bau, weil Sie diesen von den Käufern finanziert bekommen und die gewinnen bei nachfolgenden Vermietung in der Gesamtanlage immer. Die Käufer gewinnen aber nur dann, wenn Ihre Wohnung tatsächlich vermietet wird und das entzieht sich weitgehend ihrem Einfluss. Und selbst wenn die Wohnung leer steht, können sie diese nicht einfach so nutzen. 

Erste Bauträger-Opfer findet sich zu Beginn des Val Prino auf der Höhe von Piani. Dort wurden 50 + Appartments errichtet und befinden sich seit einiger Zeit im Stadium des Rohbaus. Der Bauträger scheint in Schwierigkeiten. Käufer haben das Nachsehen. 

Es muss also eindringlich vor dem Kauf von Ferienhäusern gewarnt werden. Es ist die perfekte Kapitalvernichtungslösung. Wir die Eigentümer der ligurian hideaways rechnen da ganz anders, da die Häuser seit Jahrzehnten in Familienbesitz sind.

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